Lite­ratur

Studi­en­buch Gemeindepädagogik

Studi­en­buch „Gemeinde­pädagogik“

Im Auftrag und in der Beglei­tung des Arbeits­kreises erschien 2012 das Studi­en­buch „Gemeinde­pädagogik“ (hg. von Peter Bubmann, Götz Doyé, Hildrun Keßler, Dirk Oessel­mann, Nicole Piroth, Martin Stein­häuser, Berlin/Boston).

2019 folgte die 2., grund­le­gend aktua­li­sierte und ergänzte Auflage. Rele­vante Gesichts­punkte wie die kirch­liche Bildungs­ar­beit in Inklu­si­ons­per­spek­tive, Gemein­de­me­di­en­päd­agogik und Kirchen­ent­wick­lung als Lern­pro­zess wurden aufgenommen.

Die ausführ­liche Einlei­tung (S. 1–33) kann helfen, die aktu­ellen Frage­stel­lungen der Gemeinde­pädagogik auf dem Hinter­grund der geschicht­li­chen Entwick­lungen zu reflek­tieren, gerade ange­sichts der Einsicht, dass sich das gemein­de­päd­ago­gi­sche Handeln der Kirche als ausge­spro­chen viel­fältig und wandelbar darstellt.

Die Entste­hungs­ge­schichte der Gemeinde­pädagogik als Fach­wis­sen­schaft ab den 1970er Jahren hat wesent­liche wissen­schafts­theo­re­ti­sche und enzy­klo­pä­di­sche Grund­fragen aufge­worfen, die bis heute in dieser Diszi­plin strittig sind, so z. B. die Zuord­nung zur Religionspädagogik.

Exem­pla­risch lässt sich das an vier Span­nungs­fel­dern (vgl. a. a. O., S. 7–16) ablesen:

  • Das Theorie-Praxis-Verhältnis
  • Die fach­wis­sen­schaft­liche Zuordnung
  • Hand­lungs­feld­ori­en­tie­rung oder/und dimen­sio­nale Sicht
  • Vermitt­lung oder/und Verständigung

Für das Selbst­ver­ständnis der Gemeinde­pädagogik ist bedeutsam, dass sich in ihr von Anfang an mit der Entwick­lung berufs­theo­re­ti­sche und kirchen­re­for­me­ri­sche Ansätze verbanden. Sie wird daher häufig als „Praxis­theorie“ oder als „Hand­lungs­wis­sen­schaft“ bezeichnet. Daraus erklärt sich auch, dass die evan­ge­li­sche Gemeinde­pädagogik in den wenigen Jahr­zehnten ihres Bestehens eine Fülle von Konzep­tionen hervor­ge­bracht hat. In ihnen spie­geln sich sowohl regio­nale Unter­schiede als auch verschie­dene theo­lo­gi­sche wie pädago­gi­sche Prägungen. Die unter­schied­li­chen Ziel­set­zungen zwischen Gemein­de­ori­en­tie­rung und kirch­li­chem Bildungs­han­deln in aller Viel­schich­tig­keit haben zu einer zeit­ge­mäßen Weite und Offen­heit der Diszi­plin geführt und dazu beigetragen, dass sich die Gemeinde­pädagogik sowohl im wissen­schaft­li­chen Diskurs als auch in der beruf­li­chen Wirk­lich­keit in Kirche und Gesell­schaft fest etabliert hat.